
- Blick vom Tippelsberg in Bochum - RUHR.2010 GmbH
Im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 können sich die Menschen im Ruhrgebiet dieses Jahr ja auf so einiges gefasst machen. Klasse sind sie ja kulturell schon gewohnt, nun kommt auch noch Masse hinzu. Das ganze Ruhrgebiet steht Kopf.
Aber was in der Woche nach Pfingsten geboten wird, sprengt alle Dimensionen. Dann zeichnen die SchachtZeichen ein vollkommen neues Bild vom Revier. Ein getupftes, ein gelbes, ein bewegtes, ein riesengroßes Bild.
SchachtZeichen: Das sind etwa 400 große gelb , mit Helium gefüllte Ballons mit langen Fahnen. Einer Stecknadel gleich markieren sie dann die ehemaligen Schächte und verweisen auf die Orte der Industrie, in denen begann, was das Ruhrgebiet lange geprägt hat und bis heute in den Köpfen der Menschen verankert ist.
Ballons schweben über dem Revier
Bis zu 80 Meter hoch sollen die Ballons in die Luft steigen und den Strukturwandel der Region sinnlich fassbar machen. Sie sollen aufmerksam machen auf den rasanten Wandel und auf die Veränderung der Region. Wo früher Schachtanlagen, Fördertürme oder Halden in Betrieb waren, hat sich vielerorts die Natur ihr Reich zurück erobert und zeigt den Pott als grünes Idyll und Oase für die Naherholung. Dass dieses Bild (noch immer) nicht zum Image der Region an Rhein und Ruhr passt, gibt der Gesamtinstallation eine weitere, interessante Note. Denn das Ruhrgebiet ist schon lange besser als sein Ruf.
Schade nur, dass der Besucher keinen Gesamteindruck der Installation bekommen kann - dazu ist das Revier einfach zu weit ausgedehnt, auch wenn die einzelnen Stand- oder besser Schwebeorte der Ballons kilometerweit sichtbar sind. Aber 4000 qkm sind nun wirklich nicht zu überblicken. Umso mutiger scheint es, ein solches Werk überhaupt in Angriff zu nehmen. Dazu gehört schon eine gehörige Portion Mut und Besessenheit.
Das wird diesem einzigartigen Erlebnis jedoch keinen Abbruch tun. Im Gegenteil: Jedes SchachtZeichen steht auch für Spaß, Fete, gute Laune. Denn SchachtZeichen wird uns als Angebot zum Mitmachen angekündigt. Wo früher malocht wurde, stehen nach Pfingsten bekannte (zum Beispiel Zollverein) und noch zu entdeckende Bühnen, finden Konzerte, Picknicks, Zeltlager oder Sportveranstaltungen statt - ein bunter Potbourri interessanter Freizeitvergnügen.
Für jeden ist etwas dabei
Was genau unter den einzelnen Ballons passiert, bestimmen die Partner vor Ort. Wir dürfen gespannt sein. Vielleicht gibt es sie ja auch in der Nacht - dann mit Beleuchtung.
Die Idee dazu stammt Volker Bandelow aus Bochum, der mit seinem lebendigen Kunstwerk Bewusstsein schaffen möchte für den Strukturwandel, Erinnerungen wecken möchte, die Aufmerksamkeit auf eine ganze Region lenken und das Gemeinschaftsgefühle der "Ruhris" wecken möchte. Mit seinem Kunstwerk vernetzt er Orte und Menschen.
Es wird im gelingen, soviel steht fest.
SchachtZeichen vom 22. - 30 Mai. 2010 in 41 Städten der Region.
www.ruhr2010/de/schachtzeichen
